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Speziell im Winter: Wohlbehagen in der Wohnung hängt vom optimalen Raumklima ab

Schimmel in den Wohnungen ist ein wachsendes Problem, gerade auch bei gut isolierten Wohnungen. Im Laufe eines Tages produziert ein Mensch mehrere Liter Wasserdampf, der sich in vielen Fällen an Scheiben und Wänden absetzt und zu Schimmelbildung führt. Dies zu verhindern benötigt Disziplin bzw. ein regelmässiges Stosslüften.

Oftmals ist die Abteilung Unterhalt der EBG mit Schimmel in Wohnungen konfrontiert. Besonders gefährdet sind stark belegte Wohnungen mit schlecht isolierter Aussenhülle. Dazu zählen zum Beispiel die 80 Jahre alten Bauten am Rain und bis vor kurzem auch die Punkthäuser am Waldweg.

Grundsätzlich kann kalte Luft weniger Wasserdampf aufnehmen als warme. Deshalb kondensiert das Wasser meist an kalten Stellen wie unisolierten Aussenfassaden oder an Fenstern. Wasserdampf entsteht primär durch den normalen Wohnungsgebrauch der Mieterinnen und Mieter: Kochen, Atmen, Arbeiten, Duschen usw. Diese Anreicherung mit Wasserdampf lässt sich nicht verhindern, umso wichtiger ist mehrfaches tägliches Stosslüften. 

Während früher undichte Türen und Fenster zu einem minimalen Luftaustausch führten oder die Feuchtigkeit mit dem Holz- oder Ölofen «verbrannt» wurde, so sind moderne, isolierte Häuser praktisch vollständig dicht. Die EBG bietet bisher keine Wohnungen mit aktiver Belüftung an, womit alleine die Bewohnerinnen und Bewohner für ihr Raumklima verantwortlich sind. 

«Wir lüften doch regelmässig», lautet oft die Antwort der betroffenen Mieterinnen und Mieter. Eine über einen längeren Zeitraum laufende Messung zeigt jedoch oft, dass dem nicht so ist. Steigt die Luftfeuchtigkeit auf 70 oder mehr Prozent, ist mit Schimmelbildung zu rechnen. Anzustreben sind 40 bis 60 Prozent.

Angepasstes Heizen ist ein wichtiges Element für Wohlbehagen in der Wohnung. Die Wohnräume sollten gut 20 Grad warm sein, Schlafzimmer 18 Grad. Zu kalte Räume begünstigen wegen der tiefen Feuchteaufnahme-Kapazität der Luft die Schimmelbil-dung. Zu hohe Temperaturen verbunden mit hoher Luftfeuchtigkeit führen zu «tropischem» Klima, in dem sich die meisten Menschen unbehaglich fühlen. 

Gerade in Altbauten sollte darauf verzichtet werden, Möbel an die Aussenwände zu stellen. Werden diese später verschoben, kommen oft hässliche Schimmelstellen zum Vorschein, die ein gesundheitliches Problem darstellen und gar zu Erkrankungen wie Asthma führen können.

Kippfenster sind im Winter fürs Lüften nicht geeignet. Einerseits ist der Luftaustausch zu gering, andererseits kühlen die umliegenden Bauteile aus und sind bald von einem Wasserfilm überzogen – ideale Voraussetzungen für Schimmel. 

Mit rundherum geöffneten Fenstern und Zimmertüren wird die gesamte Raumluft innert zwei bis vier Minuten fast komplett ausgetauscht – ohne dass Wände und Einrichtungsteile auskühlen. Sie haben es in der Hand, sich in der Wohnung wohl zu fühlen. Machen Sie mit!

So viel Wasser pro Tag 

Der Schweiz. Fachverband der Fenster- und Fassadenbranche hat Kennzahlen zur Wasserabgabe pro Person und Stunde eruiert und veröffentlicht:

  • im Schlaf               30 - 60 g/h
  • Tagesaktivitäten    120 - 200 g/h
  • Kochen                 400 - 800 g/h
  • Duschen               1500 - 3000 g/h
  • Pflanzen               7 - 15 g/h
  • Wäsche               1000 - 1500 g/h
  • Aquarium            40 g/h

All diese Feuchtigkeit muss aus den Räumen abtransportiert werden – mit Lüften!

15.04.2017

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