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Geissenstein: «Einzigartig in der historischen Entwicklung und dem städtebaulichen Aspekt»

Der Geissenstein geniesst in Fachkreisen einen hervorragenden Ruf. Entsprechend hat die EBG in den letzten Jahren immer wieder Auszeichnungen erhalten, zuletzt im Juli 2017. Wie beim Heimatschutzpreis 1999 spielten kulturelle Aspekte wie Integration, Quartierleben usw. eine zentrale Rolle. Fazit der Jury: «Der Geissenstein lebt!»

Stefan Sägesser, der Leiter Kulturförderung des Kantons Luzern hält in einem Schriftstück zur «Auszeichnung guter Baukultur im Kanton Luzern» fest: «Die «Gute Baukultur» im Kanton Luzern ist Zeugin unserer regionalen Identität, welche sich – geprägt von Kultur, Geschichte, Tradition und als Abbild von wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen – stets weiterentwickelt. Lebensqualität und kulturelle Freiräume in der Stadt und auf der Landschaft vermögen die Aspekte der Baukultur zu verdeutlichen: Attraktive Dörfer und Quartiere mit vielfältigen Angeboten leisten einen wichtigen Beitrag an unsere Gesellschaft und unser Wohlbefinden.»

Für die Auszeichnung der Periode 2005 bis 2016 wurden dem Kanton Luzern 178 Projekte eingereicht, darunter auch die Quartierentwicklung rund um Dorfplatz und Dorfstrasse der EBG. Die breit abgestützte Jury unter Leitung von Kantonsbaumeister Hans Urs Baumann nahm im Mai 2017 einen Augenschein im Quartier vor und zeigte sich beeindruckt von den qualitativen Veränderungen, die nicht zuletzt zu einem besseren Lebensgefühl der Bewohnerinnen und Bewohner beitragen. So verfügt die EBG heute über einen Dorfplatz, der zum Quartierzentrum mutierte und regelmässige Anlässe ermöglicht. Lebendiger Beweis sind die «Wiipuren-Chilbi» und der «Geissensteiner Märtplatz», die beide im kommenden September stattfinden und viele Besucherinnen und Besucher anziehen (siehe Seite 3).

Ein weiteres Beispiel für eine erfolgreiche Neukonzeption ist die Gestaltung des Innenhofs an der Dorfstrasse: Anstelle der eher schlecht als recht genutzten ehemaligen Hausgärten entstand ein Begegnungsort mit vielfältigen Nutzungen. Dazu zählen Flächen, die je nach Bedarf genutzt werden können. Zusätzlich zum erweiterten Rebberg entstand ein Obstgarten – beide Anlagen werden in einem integrativen Prozess durch Bewohnergruppen betreut und bewirtschaftet. Zur Quartierbelebung und als Kontaktmöglichkeit tragen auch die Gemüsebeete bei, für die statt der erwarteten 50 rund 150 Bestellungen eingingen. 

Der Kanton Luzern hat am 6. Juli 2017 am offiziellen Akt in der Uni Luzern aus den vorqualifizierten 24 Projekten 12 mit der «Auszeichnung guter Baukultur» prämiert, darunter auch das Entwicklungsvorhaben der EBG.

 

Laudatio zur Auszeichnung

Die Fachjury schreibt (leicht gekürzt):
«Seit der Gründung im Jahre 1910 hat die EBG mit ihren Wohnbauten den Geissenstein geprägt. Es entstand eine Siedlung, die in der historischen Entwicklung und dem städtebaulichen Aspekt einzigartig ist. Jede Bausubstanz unterliegt einem Lebenszyklus und wird beeinflusst durch sich verändernde gesellschaftliche Bedürfnisse. Die Bereitstellung von günstigem Wohnraum als genossenschaftlichem Grundauftrag im Einklang von erhalten – sanieren – erneuern – abbrechen – neu bauen ist für sich gesehen eine Herausforderung. Der Ort und der Kontext der denkmalgeschützten Gebäude machen es noch besonders. 

Die Ergebnisse der Transformation der Siedlung sind bemerkenswert. Der neue, prägnante Zentrumsbau bildet mit dem gegenüberliegenden Gebäude den Dorfplatz als neues, lebendiges Zentrum. Mit hoher Sensibilität sind neue Baukörper in die bestehende Siedlungsstruktur eingefügt. Die Freiräume sind differenziert und zur Baudichte ausgewogen gestaltet. Das städtebauliche Konzept ist gelungen und bietet ein differenziertes, zeitgemässes Wohnangebot von hoher Wohnqualität.»

08.08.2017

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